Mit TEEP ungenutzte Produktionskapazitäten erkennen
By susanne.gutermuth@cosmino.de InDie Overall Equipment Effectiveness (OEE) ist heute eine der wichtigsten Kennzahlen im Produktionsumfeld. Sie hilft Unternehmen dabei, Verschwendung innerhalb der geplanten Produktionszeit sichtbar zu machen und gezielt zu reduzieren. Stillstände, Leistungsverluste und Qualitätsprobleme werden transparent und bilden die Grundlage für kontinuierliche Verbesserungen.
Doch für manche Fragestellungen reicht die OEE allein nicht aus. Hier ergänzt die TEEP (Total Effective Equipment Performance) den Blickwinkel.
Während die OEE ausschließlich die geplante Produktionszeit betrachtet, bezieht die TEEP die gesamte verfügbare Kalenderzeit ein. Dadurch beantwortet sie eine andere Frage: Wie intensiv nutzen wir unser vorhandenes Anlagenpotenzial tatsächlich?
Eine Anlage kann beispielsweise eine OEE von 90 % erreichen und dennoch einen vergleichsweise niedrigen TEEP aufweisen – etwa wenn sie nur im Einschichtbetrieb genutzt wird. Die Produktion läuft zwar innerhalb der Schicht sehr effizient, gleichzeitig bleiben aber erhebliche Maschinenkapazitäten ungenutzt.
Genau deshalb nutzen viele Unternehmen beide Kennzahlen für unterschiedliche Aufgaben: Die OEE unterstützt dabei, Verschwendung im laufenden Produktionsprozess zu erkennen und zu reduzieren. Die TEEP liefert zusätzliche Informationen für strategische Entscheidungen – beispielsweise zur optimalen Nutzung vorhandener Anlagen, zur Bewertung von Schichtmodellen, zur Identifikation von Überkapazitäten oder als Grundlage für Investitions- und Konsolidierungsentscheidungen.
Nicht „OEE oder TEEP“ ist daher die entscheidende Frage – vielmehr ergänzen sich beide Kennzahlen und liefern gemeinsam ein umfassenderes Bild der Produktionsleistung.
