Nicht jeder Verlust erfordert dieselbe Maßnahme
Der tägliche Blick auf die erfassten Verluste zeigt ungeplante Stillstände, Rüstvorgänge, eine zu niedrige Produktionsgeschwindigkeit, Qualitätsverluste und weitere Abweichungen.
Doch wo sollte der Verbesserungsprozess beginnen?
Die Gesamtdauer eines Verlusts allein reicht für diese Entscheidung nicht aus. Ebenso wichtig ist, wie häufig er auftritt, unter welchen Bedingungen er entsteht und welchen tatsächlichen Schaden er verursacht.
Ein Problem an einer Engpassmaschine wirkt sich beispielsweise wesentlich stärker auf die gesamte Produktion aus als eine schlechte OEE an einer Ersatzmaschine, die nur zweimal im Jahr eingesetzt wird. Ähnliches gilt für Prozesse mit Überkapazität: Auch dort entsteht Verlustzeit, sie begrenzt jedoch möglicherweise weder den Durchsatz noch die Lieferfähigkeit.
Artikelbezogene Verluste müssen ebenfalls im jeweiligen Zusammenhang betrachtet werden. Bereits eine geringe Taktabweichung kann bei einem häufig gefertigten Produkt über das Jahr erhebliche Kapazität und Kosten verursachen. Bei einem selten produzierten Artikel kann selbst eine größere Abweichung wirtschaftlich weniger ins Gewicht fallen. Für die Nachkalkulation bleibt sie dennoch relevant.
Das Cosmino Reporting zeigt deshalb unter anderem:
- wie häufig eine Verlustart auftritt,
- wie lange die einzelnen Ereignisse durchschnittlich dauern,
- wie viel Zeit durchschnittlich zwischen zwei gleichartigen Ereignissen vergeht,
- wie sich die Werte über einen längeren Zeitraum entwickeln,
- und an welchen Maschinen, Produkten, Werkzeugen oder Aufträgen die Verluste auftreten.
Die Auswertungen lassen sich nach diesen und weiteren Kriterien filtern und miteinander in Beziehung setzen. So wird nicht einfach der größte Zeitwert bearbeitet, sondern der Verlust mit dem größten Verbesserungspotenzial für die jeweilige Produktion.