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Wann es sinnvoll sein kann, mehrere OEE-Kennzahlen mit abweichenden Vorgabezeiten zu verwenden

Den größten Einfluss auf den Wert einer OEE (Overall Equipment Effectiveness, deutsch Gesamtanlageneffektivität) hat, neben der Summe an erfassten Stillständen, die Sollvorgabe für einen Taktzyklus.

In Cosmino MES Plus kann diese Sollvorgabe unter anderem in Abhängigkeit von Werkzeug, Arbeitsgang, Produkt, verwendeter Maschine und Größe der Anlagenbesetzung jeweils unterschiedlich definiert sein.
Die Vorgabezeit für einen Zyklus wird aber nicht erst für die Kennzahlenberechnung herangezogen, sondern bereits in der Kalkulation von Angeboten und der Planung von Aufträgen benötigt. Daher wäre anzunehmen, dass die Qualität des Vorgabewertes absolut valide und aktuell ist und somit kein Bedarf besteht, diesen anzupassen oder gar in verschiedenen Versionen mitzuführen.

Doch ist dem in der Realität oft nicht so. Vielleicht gehören auch Sie zur Mehrheit derer, die aufgrund neuerer Erkenntnisse, z.B. durch Taktmessungen über eine Cosmino Maschinendatenerfassung, die Taktzeiten nach oben oder unten korrigieren. Sind die Vorgaben länger als der tatsächliche Takt, könnten viele Anwender das noch hinnehmen und verzichten auf eine Korrektur der Vorgabezeiten. Doch sollte trotzdem eine Anpassung erfolgen können, da bei falschen Taktvorgaben auch die Kalkulation nicht stimmen wird.

Interessant wird es, wenn die Leistung von Abteilungen oder ganzer Werke über die Kennzahl OEE verglichen wird. Allerdings sind derartige Vergleich generell fragwürdig, wenn nicht Prozesse absolut identisch sind und ausschließlich in Serie gefertigt wird. Denn die OEE „bestraft“ kleine Losgrößen und damit häufiges Rüsten. Aus OEE-Sicht also ein Problem, wenn Ihre Kunden genau das fordern.
Wie oben beschrieben, können sowohl die eingesetzte Maschine, das Werkzeug und sogar das Personal Einfluss auf die Taktzeit haben. Es ist utopisch anzunehmen, dass all diese Faktoren über alle zu vergleichenden Bereiche immer identisch und somit vergleichbar sind.

Das Problem: Je valider Ihre Vorgabezeiten für einen Zyklus, desto valider Ihre OEE – doch wird der Wert nicht dort sein, wo Sie oder andere ihn gerne sehen möchten. Und immer, wenn Sie die Vorgabezeiten nach unten korrigieren müssen – weil die Bearbeitungszeit eines Teils doch kürzer ist als gedacht oder weil Sie Verbesserungsmaßnahmen erwirkt haben – verschlechtert sich der OEE-Wert.

Daher gibt es mit dem letzten Major Release im Mai 2021 nun das interessante Feature, dass verschiedene Zyklusdatenvorgaben je Kombination von Maschine-Produkt und ggf. auch Werkzeug oder Anlagenbesetzung bewertet werden können.

In den Cosmino Zyklusstammdaten sind dies folgende Typen:
  • Aktuell: Die bewährte Zyklusvorgabe für Ihre OEE-Berechnung
  • Konzerndefinition: Ggf. abweichende Vorgabe des Konzerns, mit der verglichen werden soll.
  • Baseline: Die ursprüngliche Vorgabezeit, noch bevor die Zyklusdaten jemals angepasst wurden. Nur daran erkennen Sie die tatsächliche Verbesserung seit Einführung der OEE-Aufzeichnung.

Es ist bereits heute möglich, mit Cosmino Vorgabezeiten für jeden dieser Typen als Stammdaten anzulegen. Um für die unterschiedlichen Takt-Typen entsprechende OEE-Berichte bereitzustellen, analysieren wir sehr gerne Ihren Bedarf und setzen die Auswertungen anschließend für Sie um. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Gleich, mit welchem Takt Sie Ihre OEE berechnen: Das wichtige an der Kennzahl OEE ist nicht der Wert, sondern die Kenntnis über die Ursachen für das Delta dieses Wertes und den 100 %. Auch hierbei unterstützt Sie Cosmino MES Plus.


Abb.: Beispiel für Stammdaten aus Zyklusdaten